So übertragen Sie Ihr KI-Memory zu Claude
Den KI-Assistenten wechseln heißt nicht, bei null anzufangen. Hier erfahren Sie, wie Sie alles, was ChatGPT, Copilot & Co. über Sie wissen – Ihre Präferenzen, Ihren Schreibstil, Ihre Workflows und Ihren Kontext – in etwa zehn Minuten zu Claude übertragen.
Orcha Team
20. Februar 2026
Wer seit Monaten mit ChatGPT, Microsoft Copilot oder einem anderen KI-Assistenten arbeitet, hat dort eine Menge Kontext hinterlassen – Schreibstil, bevorzugte Formate, wiederkehrende Aufgaben, branchenspezifisches Wissen. All das steckt in den gespeicherten Erinnerungen und Einstellungen. Und genau das ist der Grund, warum viele beim Wechsel zögern: Niemand möchte bei null anfangen.
Die gute Nachricht: Sie können diesen Kontext mitnehmen. Anthropic bietet unter claude.com/import-memory eine eigene Import-Funktion an – allerdings reicht der Standard-Prompt dort oft nicht aus, um wirklich alles zu erfassen. Mit einem zweistufigen Vorgehen bekommen Sie deutlich bessere Ergebnisse.
Hier ist der komplette Ablauf – funktioniert mit ChatGPT, Copilot und praktisch jedem KI-Assistenten, der Konversationshistorie speichert.
Warum Claude für Finance & Business interessant ist
Claude hat sich in den letzten Monaten enorm weiterentwickelt – besonders in Bereichen, die für Finanzteams relevant sind. Lange, strukturierte Dokumente wie Verträge, Rechnungen oder Compliance-Texte verarbeitet Claude zuverlässig und mit einem beeindruckenden Kontextfenster. Bei analytischen Aufgaben – Daten zusammenfassen, Muster erkennen, Entscheidungsvorlagen formulieren – liefert Claude Ergebnisse, die in der Praxis oft präziser und besser strukturiert ausfallen.
Dazu kommt: Anthropic legt großen Wert auf Sicherheit und verantwortungsvollen Umgang mit KI. Für Unternehmen, die mit sensiblen Finanzdaten arbeiten, ist das kein Nice-to-have, sondern eine Anforderung. Claude halluziniert seltener, gibt offener zu, wenn es unsicher ist, und lässt sich durch klare Anweisungen sehr präzise steuern.
Schritt 1: Ihr KI-Memory exportieren
Öffnen Sie einen neuen Chat mit Ihrem bisherigen Assistenten – egal ob ChatGPT, Microsoft Copilot oder ein anderes Tool – und geben Sie den ersten Prompt unten ein. Damit exportieren Sie gespeicherte Erinnerungen, benutzerdefinierte Anweisungen und sonstige hinterlegte Informationen.
Anschließend folgt der zweite Prompt im gleichen Chat. Dieser geht tiefer: Er bringt den Assistenten dazu, Muster aus Ihrer gesamten Konversationshistorie zusammenzufassen – wie Sie schreiben, welche Aufgaben Sie regelmäßig stellen, welche Tools Sie einsetzen und wie Sie Ergebnisse formatiert haben möchten.
Beide Outputs zusammen ergeben ein vollständiges Bild dessen, was Ihr bisheriger Assistent über Sie gelernt hat.
Prompt 1: Gespeicherte Erinnerungen und Einstellungen exportieren
Prompt 2: Verhaltensmuster aus dem Gesprächsverlauf ableiten
Schritt 2: Manuell Optimieren bevor Sie importieren
Dieser Schritt wird oft übersprungen. Aber er ist entscheidend, um wirklich nur die relevanten Informationen zu übertragen. KI-Assistenten speichern nicht nur nützliche Kontextinformationen.
Kopieren Sie alles, was Ihr bisheriger Assistent ausgegeben hat, in ein Dokument Ihrer Wahl – Google Docs, Notion, Apple Notizen etc. Dann gehen Sie es einmal durch und streichen, was nicht mehr relevant ist: abgeschlossene Projekte, einmalige Fragen, die Sie nie wieder stellen werden, und alles, was zu persönlich ist, um es einer KI anzuvertrauen.
Was bleiben sollte:
- Ihr Kommunikationsstil und bevorzugter Tonfall
- Ihre berufliche Rolle und Branche
- Laufende Projekte und wiederkehrende Workflows
- Wie Antworten formatiert und strukturiert sein sollen
- Wichtige Präferenzen, die Sie nicht jedes Mal neu erklären wollen
Was dabei entsteht, ist im Grunde Ihr portables KI-Profil – ein Dokument, das Sie nicht nur bei Claude, sondern bei jedem Assistenten einsetzen können. Einmal erstellen, überall nutzen.
Schritt 3: In Claude importieren
Rufen Sie claude.com/import-memory auf und klicken Sie auf «Start importing to Claude». Sie landen direkt in den Memory-Einstellungen.
Fügen Sie Ihren bereinigten Kontext in das Textfeld ein und schicken Sie es ab. Claude übernimmt die Informationen in sein eigenes Memory-System. Es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis alles vollständig verarbeitet ist.
Kurzer Test: Starten Sie einen neuen Chat und fragen Sie «Was weißt du über mich?» – Claude sollte Ihnen die wichtigsten Eckdaten zurückspiegeln können.
Hinweis
Die Memory-Funktion von Claude setzt einen kostenpflichtigen Plan voraus – Pro ab 20 $/Monat. Mit der kostenlosen Version können Sie Ihr Profil trotzdem nutzen: Fügen Sie es einfach am Anfang eines neuen Chats ein. Claude berücksichtigt es dann für dieses Gespräch, speichert es aber nicht dauerhaft für künftige Sessions.
Tipps für die besten Ergebnisse
Der Export fällt mager aus? Dann war die Memory-Funktion bei Ihrem bisherigen Tool vermutlich nicht aktiviert – oder Sie nutzen es noch nicht lange genug. Kein Problem: Schreiben Sie Ihr KI-Profil einfach selbst. Notieren Sie Ihre Rolle, Ihren Schreibstil, typische Aufgaben und Format-Präferenzen. Ein von Hand erstelltes Profil ist oft sogar nützlicher als ein automatisch generiertes.
Sie arbeiten mit Custom GPTs? Deren Systeminstruktionen sind im normalen Export nicht enthalten. Das Pendant bei Claude heißt «Projects»: Kopieren Sie die Anweisungen Ihres GPTs in den System Prompt eines Claude-Projekts und Sie haben eine gleichwertige Umgebung.
Sie wollen es wirklich gründlich machen? Bei ChatGPT können Sie über Einstellungen → Datensteuerung → Daten exportieren Ihren kompletten Chatverlauf herunterladen. OpenAI schickt Ihnen eine ZIP-Datei per E-Mail. Für die meisten ist das überdimensioniert, aber wer eine Tiefenanalyse aus Monaten oder Jahren an Gesprächen ziehen möchte, hat damit die Möglichkeit.
Fazit
Der gesamte Vorgang dauert ca. zehn bis zwanzig Minuten. Das Ergebnis: Ihr neuer KI-Assistent kennt von Anfang an Ihren Stil, Ihre Arbeitsweise und Ihre Präferenzen.
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